Arten

Lehmputze können nach ihrer Schichtstärke, nach ihrer Verarbeitung, nach dem Werkzeug, mit dem sie aufgebracht werden, oder nach ihrem Einsatzbereich unterschieden werden.


  • Tonputz Schichtstärke zwischen 1 und 30 mm. Kann händisch oder maschinell bearbeitet werden. Durch sehr cremige Konsistenz ist die Verarbeitung ähnlich dem Gipsputz. Einziger Lehmputz, der als Einlagenputz verarbeitbar ist.
  • Beim Einlagenputz beträgt die Schichtstärke zwischen 7 und 10 mm, der Putz wird mit Putzmaschine oder Hand aufgetragen und mit Stuckateurwerkzeugen wie dem Reibebrett oder Kartätsche verzogen. Einsatzgebiete sind Vollputz und Tonputz.
  • Der Grundputz dient als Unterputz und wird 5 bis 35 mm dick aufgetragen, Regelstärke ist etwa 12–15 mm. Auch Grundputz ist maschinengängig, er kann also vor dem Verziehen mit einer Putzmaschine aufgetragen werden. Bei der Verwendung von Containerware ist auch der Einsatz von Silomischpumpen möglich.
  • Mit der Hand angebracht wird der Spachtelputz in Schichtstärken von 1 bis 2 mm. Er ist ein Dekorputz. Zum Auftrag wird ein so genannter „Venezianischer Glätter“ verwendet, eine spezielle, leicht konisch geformte Kelle mit abgerundeten Ecken oder eine Japankelle. Dekorputze können farbig sein, rein weiß oder dunkelgrau, mit oder ohne Zuschlagstoffe, die ästhetische Effekte hervorrufen.
  • Streichputz ist ein Dekorputz, kann weiß, farbig oder sogar dunkelgrau sein und wird in einer nur 0,1 mm dünnen Schicht mit der Lasurbürste aufgetragen. Häufig werden dem Dekorputz Stroh, Pflanzenfasern oder Steine beigemischt, die nach dem Freiwischen optische Akzente setzen.
  • Mineralputz ist eine besondere Rezeptur aus Lehm und besonderen Sanden mit einer guten Festigkeit auch ohne pflanzliche Zuschlagstoffe wie z. B. Strohhäcksel. Er ist maschinengängig und silofähig. Die Verarbeitungszeiten sind kürzer als bei Lehmputzen mit pflanzlichen Zuschlagstoffen. Er eignet sich als Grund- und Deckputz. Er kann von Putzern ohne besondere Lehmerfahrung aufgebracht werden. Die Oberfläche kann naturbelassen bleiben, gestrichen oder tapeziert werden.